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Der Stadtrat schlägt dem Gemeinderat vor, den geplanten Neubau des Stadions Letzigrund vorzuziehen. Die Austragung von EM-Spielen 2008 im Letzigrund wären terminlich und baulich möglich. Zusätzliche Bau- und Projektierungskosten: Rund 5,7 Millionen Franken.
Der Stadtrat hält an seiner Strategie für den Bau von Sportstätten in Zürich fest. Wichtiger Bestandteil sind das Fussball-Stadion Zürich und das Stadion Letzigrund, das für die Leichtathletik, den Breitensport, kulturelle Grossanlässe und das Quartier gebaut werden soll. Die Bedeutung des Letzigrund für Zürich geht weit über eine Beteiligung an der Euro 2008 hinaus und soll entsprechend sorgfältig und nachhaltig gebaut werden.
Bau des Letzigrund vorziehen Geplant war, mit dem Neubau des Letzigrund zuzuwarten bis das Stadion Zürich in Betrieb genommen wird. Weil sich der Bau des Fussball-Stadions nun verzögert, kann der Letzigrund ohne Zusatzkosten vorgezogen werden. Mit dem Bau könnte nach dem Leichtathletik-Meeting 2006 begonnen werden und das neue Stadion stünde dem Meeting „Weltklasse in Zürich“ 2008 bereits wieder zur Verfügung.
Der Stadtrat will mit dem Neubau des Letzigrund qualitative Massstäbe setzen. Das vorliegende Projekt, das als Sieger aus einem internationalen Wettbewerb hervorgegangen ist, erfüllt höchste Ansprüche und die gesteckte Ziele: Hohe städtebauliche und architektonische Qualität, hohe Funktionalität, niedrige Betriebskosten und grosse Nachhaltigkeit. Das Projekt wurde in diesem Frühling der Öffentlichkeit vorgestellt und ist auf sehr gute Resonanz gestossen, nicht zuletzt, weil es aufgrund der architektonischen Gestaltung und Nutzungsmöglichkeiten für das Quartier einen beachtlichen Mehrwert gegenüber dem heutigen Stadion bietet. Das Stadion ist offen gestaltet und in weiten Teilen für die Bevölkerung zugänglich. Eine Aussenrampe führt hinauf zum höchsten Punkt, wo ein Stadionrestaurant zu liegen kommt. Der Neubau wird insgesamt 110 Millionen kosten (ohne Land und allfällige Altlastensanierung) und die Stimmberechtigten werden über das Projekt abstimmen können.
Letzigrund für Euro 2008 fit machen Weil der Bau des Letzigrund vorgezogen werden kann, wäre auch die Austragung von EM-Spielen möglich. Dazu müsste die Bauzeit um drei Monate verkürzt werden. Der Bau wäre im März 2008 fertig gestellt. Die verkürzte Bauzeit, bauliche Anpassungen (z.B. provisori-sche Sitzplätze) und Reserven sind mit 5,7 Millionen zu kalkulieren.
Wie auch die anderen Austragungsorte Basel, Genf und Bern kommen die normalen Veranstaltungskosten hinzu, u.a. zusätzliche temporäre Infrastruktur, Verkehr- und Parkierungsmassnahmen. Diese Kosten werden für Zürich auf rund 5,6 Millionen geschätzt. Den Veranstaltungsaufwändungen werden aber noch zu budgetierende Erträge gegenüber stehen.
Sollte es in der Agenda zu Verzögerungen kommen, zum Beispiel durch Rekurse, stünde der Letzigrund für die Euro 2008 nicht zur Verfügung. Allerdings wäre dies im Sommer 2005 bekannt. Wenn dann klar ist, dass der Letzigrund nicht zur Verfügung steht, entfällt auch ein grosser Teil der zusätzlichen Kosten.
Die Stadt wird nicht im Abseits stehen Der Stadtrat machte deutlich, dass für ihn der Neubau des Letzigrund Priorität hat. Er zeigt den politischen Instanzen, der Zürcher Bevölkerung und den Organisatoren der Euro 2008 den Weg auf, wie sich Zürich an der Fussball-EM beteiligen könnte. Er ist sich bewusst, dass damit die EM 2008 für Zürich noch nicht gerettet ist. Es ist ein Angebot und kein Versprechen.
Unbesehen ob in vier Jahren der EM-Ball in Zürich rollt oder nicht, die Stadt Zürich wird an der Euro 08 nicht im Abseits stehen, sondern sich aktiv am östereich-schweizerischen Fussballfest beteiligen. Gästen aus der ganzen Welt wird in Zürich ein attraktives, fröhliches und sportliches Rahmenprogramm geboten werden. Der Stadtrat hat den Auftrag erteilt, diese Idee zu konkretisieren. |
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