Das Museum Rietberg erstrahlt in neuem Glanz. Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit hat heute Stadträtin Kathrin Martelli die Schlüssel an Stadtpräsident Elmar Ledergerber und Museumsdirektor Albert Lutz zurückgegeben. Am kommenden Samstag ist Tag der offenen Tür. Dann kann die Bevölkerung das städtische Museum von Weltruf neu entdecken. Die offizielle Eröffnung ist am 18. Februar 2007. "Spitzenarchitektur für ein Spitzenmuseum, das war unser klares Ziel. Heute sehen wir: Der Bau der Architekten Alfred Grazioli und Adolf Krischanitz hat diese Herausforderung glänzend bestanden und ich bin sehr gespannt auf die Reaktion der MuseumsbesucherInnen", sagte Kathrin Martelli, Vorsteherin des Hochbaudepartements bei der Übergabe des Baus. Für einmal übergab sie Elmar Ledergerber keinen Schlüssel, sondern ein Goldplättchen. Denn goldene Plättchen sind Teil des Kunstwerks von Helmut Federle. Der Schweizer Künstler hat dem Eingangsforum mit seinem Werk weiteren Glanz verliehen. Elmar Ledergerber freute sich besonders über den erfolgreichen Abschluss des Erweiterungsbaus, hatte er doch das Projekt vor rund sechs Jahren als damaliger Vorsteher des Hochbaudepartements angestossen und konnte das Prunkstück heute als Verantwortlicher für das städtische Museums entgegen nehmen. "Mit dem neuen Museum Rietberg erhält die Kulturstadt Zürich einen neuen Leuchtturm", sagte der Stadtpräsident. Tatsächlich präsentiert sich das Museum völlig neu. Die Ausstellungsfläche hat sich mehr als verdoppelt, die BesucherInnen betreten das Museum durch das chrakteristische gläserne Entree. Kunstwerke aus Ostasien und Afrika werden sich in den neuen Sammlungsräumen im ersten Untergeschoss reihen, im zweiten Untergeschoss werden Sonderausstellungen den Weltruf des Rietbergs sichern. Museumsdirektor Albert Lutz kündigte zur Eröffnung am 18. Februar eine Ausstellung mit früher buddhistischer Kunst aus Japan an. Tausendjährige Bilder und Skulpturen werden in den lichten und hohen Räumen zu sehen sein. "Es war wichtig, diesen Werken von kultur-historischer Bedeutung architektonisch ein würdiges Umfeld zu schaffen und sie im Mittelpunkt zu belassen", sagte Kathrin Martelli. Gleichzeitig mit dem Erweiterungsbau wurde auch die Villa Wesendonck renoviert. Das stimmungsvolle Café im Wintergarten lädt zum Verweilen. Geblieben ist der einmalige Park. Ihm wurde trotz Grossbaustelle und viel Lastwagenverkehr Sorge getragen und weil sich die neuen Museumsräume unter dem Boden befinden, wird der Park trotz der grosszügigen Erweiterung kaum tangiert. Ursprünglich war das Museum für 10'000 BesucherInnen konzipiert, in den letzten Jahren waren es bis 90'000. Mit dem attraktiven Neubau, der Vergrösserung der Ausstellungsfläche und dem Schaudepot erhofft sich das Museum bis zu 150'000 BesucherInnen aus aller Welt. "Das Museum leistet damit für die Stadt Zürich nicht nur einen weltweit beachteten kulturellen, sondern einen namhaften wirtschaftlichen Beitrag, denn die BesucherInnen geniessen ja nicht nur die aussergewöhnlichen Ausstellungen, sondern hoffentlich auch die anderen Attraktionen und Einkaufsmöglichkeiten in Zürich", betonte der Stadtpräsident. Dies hatte auch der Gemeinderat erkannt. Trotz der hohen Kosten von insgesamt 46 Millionen Franken, bekam das Projekt rasch grünes Licht. Die Stadt bezahlte rund 19 Millionen für den Neubau und 7 Millionen für Sanierungen. Der Kanton legte 4 Millionen aus dem Lotteriefond in die Kasse. Ohne die private Initiative und das grosse Engagement der Rietberg-Gesellschaft, welche rund 16 Millionen zusammengetragen hatte, hätte dieses Projekt jedoch nicht realisiert werden können. |